Mit Menschen für Mitmenschen.

Wenn eine gesundheitlich eingeschränkte Person ihren Arbeitsplatz verliert und vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen wird, können sich die Leiden innert kurzer Zeit chronifizieren. Es ist deshalb entscheidend, bei drohender Arbeitsunfähigkeit oder drohendem Arbeitsplatzverlust schnell Gegenmassnahmen zu ergreifen. Vor der offiziellen IV-Anmeldung empfiehlt sich eine Meldung zur Früherfassung. So kann in unkompliziertem Rahmen abgeklärt werden, ob die IV-Stelle im Fall der betroffenen Person zuständig ist. Die Meldung erfolgt durch die versicherte Person persönlich oder durch eine Person in ihrem Umfeld, die meldeberechtigt ist. Sie muss mittels Meldeformular bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons eingereicht werden. Bei Bedarf kann die meldeberechtigte Person im Voraus telefonisch mit der IV-Stelle in Kontakt treten.

Voraussetzungen für die Meldung

Eine Meldung kann gemacht werden für

  • Personen, welche arbeitsunfähig oder von Arbeitsunfähigkeit bedroht sind
  • Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 25 Jahren
    • die von Invalidität bedroht sind
    • bisher noch nicht erwerbstätig waren und
    • sich in einem kantonalen Brückenangebot befinden oder vom Case Management Berufsbildung unterstützt werden.

Meldeberechtigte Personen

Folgende Personen und Instanzen können eine Meldung einreichen:

  • die versicherte Person sowie ihre gesetzliche Vertretung
  • im gemeinsamen Haushalt lebende Familienangehörige der versicherten Person
  • Arbeitgebende
  • behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie Chiropraktorinnen und Chiropraktoren
  • beteiligte Unfall- und Krankentaggeldversicherungen
  • Krankenversicherungen
  • Sozialhilfeorgane
  • die Arbeitslosenversicherung
  • Einrichtungen der beruflichen Vorsorge
  • die Militärversicherung
  • kantonale Instanzen, welche für die Unterstützung der beruflichen Eingliederung von Jugendlichen zuständig sind

Die Meldeberechtigten müssen die versicherte Person in jedem Fall im Voraus über die Meldung bei der IV-Stelle informieren.

Ablauf der Früherfassung

Die Früherfassung dauert rund 30 Tage. Es geht darum, die Zuständigkeit der IV-Stelle zu prüfen und abzuklären, ob eine Anmeldung angezeigt ist. Dazu kann ein persönliches Gespräch durchgeführt werden, bei dem eine erste medizinische, berufliche und soziale Situationsanalyse vorgenommen wird. Häufig holt die IV-Stelle anschliessend auch Auskünfte beim Arbeitgeber / der Arbeitgeberin, bei der behandelnden Ärztin / dem behandelnden Arzt oder einer anderen Versicherung ein.